| Kleine Stilkunde | |||
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(anhand von Stücken, die in unserer Werkstatt repariert wurden) |
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| Zeitscala: | |||
1700 | 1750 | 1752 | 1780 | 1789 | 1800 | 1820 | 1822 | 1835 | 1840 | 1850 | 1871 | 1900 | 1903 | 1907 | 1919 | 1925 | 1950 |1960 |
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Eine Zeitleiste der (Möbel-) Stilepochen in grafischer Darstellung finden Sie hier: |
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Stilüberblick: |
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Romanik | Gotik
| Renaissance | Barock | Rokoko | Josefinisch |
Klassizismus | Empire | Restauration |
Biedermeier | Historismus | Altwien |
Wiener Barock | Neo-Renaissance |
Altdeutsch | Gründerzeit | Jugendstil |
Wiener Werkstätten | Bauhaus |
Art Deco
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Romanik, Gotik und Renaissance sind natürlich kunstgeschichtlich dokumentiert, aber für die Arbeit unserer Werkstätte nicht relevant, da kaum Möbelstücke aus dieser Zeit in privater Hand existieren. |
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| 1700
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Man bedenke, dass auch noch um 1700
weite Teile des heutigen EU Landes raue Gegend darstellten. Gewisse Zentren entstanden
zwar, aber außerhalb der Stadtmauern war man seines Lebens nicht sicher. In den Zentren arbeiteten hochspezialisierte Könner, deren Arbeit von Geheimwissen umrankt war. In Deutschland markiert das Ende des dreißigjährigen Krieges den Beginn des Barock (port. barocco = schief, rund; als Schmähung) Anstelle der in der Renaissance üblichen Truhen tritt nun die Kommode. Das Bureau plat kommt in Mode. Ein Meister durfte zwei Gesellen und einen Lehrling beschäftigen. Man ersann eine Sägetechnik für dünne Schwarten. . Heute staunen wir über die prächtige Außengestaltung der Barockmöbel, mehr oder weniger kühn gebaucht, und wundern uns über die mehr als schlichte Ausführung dieser Stücke, sobald sie geöffnet werden: unbehandeltes, grob gehobeltes Nadelholz kommt zum Vorschein, Rückwände sind sogar waldsäumig und sägerau. |
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| 1750 | Die verfeinerte Weiterentwicklung führt zum Rokoko mit seinen feuervergoldeten Zierbeschlägen die die Kanten schützten und die vielteiligen Furniere befestigten (Ormoulu). Asymmetrisches, sowie muschelförmige Schnitzereien (Rocaille) werden bevorzugt. |
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| 1752 | Ein Geselle der Hofschreinerei in Ansbach musste 297 Tage im Jahr arbeiten. Dafür erhielt er pro Tag 30 Kreuzer Lohn. | ![]() |
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| 1780 | Die Ansprüche und der Bedarf an Einrichtungsgegenständen steigen bis zum Ende des 18 Jahrhunderts weiter. Möbel um 1780 nennen wir "Josefinisch", nach Josef II. (1741-1790) |
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| 1789 | Französische Revolution. | ||
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| 1800 | Die geschwungene barocke Form wird
abgelöst durch die Geradlinigkeit des frühen Klassizismus dann Empire und
Restauration. Die Tischler durften bis dahin nur auf Aufträge hin arbeiten und nichts auf Lager legen. |
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| 1820 | Diese Zeit geht über in das
Biedermeier. (Als kunsthistorische Bezeichnung kam der Begriff erst um 1900
auf). Biedermeier leitet sich ab von den vom späteren Malerpoeten Josef Victor v. Scheffel veröffentlichten Gedichten in den "Fliegenden Blättern" (ein Wochenblatt) mit den Titeln "Biedermanns Abendgemütlichkeit" und "Bummelmaiers Klage". Ludwig Eichrodt und Adolf Kussmaul persiflierten die Gedichte des naiven Dorfschulmeisters Samuel F. Sauter in denen sie "gemütliche Biederkeit" sahen, unter dem Pseudonym "Gottlieb Biedermaier" (noch mit "ai" geschrieben). Möbel dieser Epoche überzeugen durch schlichte Konstruktionsgrundformen, durch erstaunliche Details sowie durch die Wirkung der Maserung des politierten Holzes die Schellackpolitur macht dies möglich. Unterschied zum Empire: Nicht mehr Architekten, sondern durch Zeichenschulen der polytechnischen Vereine geübte Tischler selbst geben dem Möbel die Form. Beruhend auf bekannte Vorlagenstiche, fügen sich eigene Vorstellungen und handwerkliche Voraussetzungen zusammen. Neuerungen: Fuchsschwanz; bessere Hobel; Maschinen zum Hobeln, Bohren, Schlitzen oder Furnierschneiden aber nicht in jeder Werkstatt Tradition! Aufhebung des Zunftzwanges. Schlechte wirtschaftliche Lage durch Kriege. |
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| 1822 | Erhielt Georg Junigl, Polstermöbelfabrikant in Wien, ein Patent auf die Sprungfeder. | ||
Bauernmöbel
im Alpenraum Erst im ausklingenden 19. Jahrhundert setzte eine Bewegung zur Sammlung und Sicherung des bäuerlichen Kulturgutes ein. Meist im Obergeschoss (Obenauf) befand sich das Mobiliar, welches laut Beschreibung des Sebastian Greiderer, "einfach und dauerhaft, im Gebirge aus Zirbenholz", gearbeitet ist. Schmuck ist meist eine farbenprächtige Bemalung mit Jahreszahlen, Sinnsprüchen, Namen oder religiösen Sinnbildern. Später wurde erkannt, dass sich einiges ablesen ließ: zeitliche Schichten; Motive; ob bemalt oder nicht. Alles hatte eine bestimmte Aussage und lässt sich mittlerweile einordnen. |
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| 1835 | 19. Jhd.: Historismus, ab 1835 bis ca.
1890 Historismus ist in unserer Werkstatt die am meisten vertretene "Stilrichtung". In der Zeit nach dem Biedermeier um 1830 bis zum Ende des 19. Jahrhunderts gingen die Stilneuauflagen auf unübersehbarer Weise ineinander über. Eine chronologische Entwicklung ist daher nicht leicht darzustellen. Der Begriff "Historismus" wird erstmals 1925 verwendet. |
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| 1840 | Michael Thonet (1796 - 1871) bekam 1840 die ersten Patente für Möbel aus gebogenem Holz. |
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| 1850 | Nach der Revolution 1848 bis um 1890
löst sich vieles auf, alles wird ausprobiert, Elemente der früheren Epochen neu
zusammengestellt zu eigenen Stilarten: Altwien oder Wiener Barock, Neo-Renaissance,
Altdeutsch ergibt den Historismus. Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts sieht einerseits auf viele technischen Neuerungen mit gewaltigen Produktionskapazitäten. Andererseits zog die damit verbundene Nüchternheit eine nostalgische Welle nach sich, die Stilmittel von der Gotik, Renaissance bis zum Rokoko reproduzierte. |
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| 1871 | Gründerzeit. Neuordnung des Staatswesens in Deutschland. |
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| 1900 | Erst der Jugendstil einigt die
kreativen Kräfte kurzzeitig wieder einmal. Der Jugendstil geht aus der Arts and Crafts Bewegung, gegründet von William Morris und John Ruskin, heraus. Deren Credo war das Ziel der Rückkehr zur handwerklichen Einzelfertigung, wobei jedes Möbelstück von einer einzelnen Person gefertigt werden sollte. Die hohen Preise dieser handgefertigten Stücke waren natürlich nicht geeignet, den Anspruch zu erfüllen, eine breite Käuferschicht zu erreichen. Merkmale des Jugendstil sind vor allem stilisierte florale Naturformen. |
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| Aus einem Werbeprospekt des Möbelfabrikanten und Dekorateurs Ed. Wellhausen in Hannover um 1900: | |||
| Zum Vergleich: es gab schon immer verschiedene Qualitätsstufen und Preise. (Quelle: Gründerzeit-Möbel, von R. Haaff. Seite 80, 81) | |||
| 1 Nußbaumimitierter Weichholz-Wäscheschrank | 52 Mark | ||
| 1 Nußbaumfurnierter Wäscheschrank | 210 Mark | ||
| 6 Nußbaum polierte Rohrstühle (Sitz geflochtenes Rohr) | 36 Mark | ||
| 6 Nußbaum feine Lederstühle | 240 Mark | ||
| 1 einfacher Stuhl | 7,40 Mark | ||
| 1 einfacher Tisch | 36,70 Mark | ||
| Jahresmiete 1880/90 (Sachsen) | 72 Mark | ||
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| 1903 | Nach dem Vorbild englischer Handwerksgilden gründeten Josef Hoffmann und Kolomann Moser mit Unterstützung des Bankiers Fritz Wärndorfer 1903 die "Wiener Werkstätten". | |
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| 1907 | Es kostete: | 1907 |
2000 |
2002 |
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| Spiritus, 90 % pro Liter | 25 pf | 28,80 ATS | 2,52 EUR | |||
| Körnerbeize (Nuß), pro Kilo: | 40 pf | 333,50 ATS | 25,44 EUR | |||
| Schellackpolitur / -flocken | 2,40 M | 418,-- ATS | 30,25 EUR | |||
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| 1919 | Bauhaus: Gründung 1919 von Walter
Gropius in Weimar. Grundsätze: Die konkrete Verbesserung der Lebensqualität aller Menschen, mittels Technik und Rationalisierung. |
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| 1925 | Art Deco Der Name ist die Abkürzung für die erste internationale Ausstellung von Objekten des neuen Kunstgewerbes: der "Exposition des Arts Décoratifs et Industriels Modernes" in Paris 1925. Er umfasst die verschiedensten Stilrichtungen und entstand aus dem Jugendstil (Art Nouveau). Zeichen dafür sind ein geometrischer, linearer und funktioneller Stil, die Farbe wird wegen der Farbe eingesetzt, wenn Naturformen, dann Tier- und Frauenkörper. Einerseits: Jazz, Swing, Charleston, Jugend |
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| 1950 | Skandinavien führt den sogenannten "zeitlosen Werkstättenstil" ein, eine zurückhaltendere Linie der Modernität, die durch die Qualität der handwerklichen Verarbeitung überzeugen sollte. Die dänischen Erzeugnisse aus Teakholz wurden ca. ab 1950 für fast zwanzig Jahre zum Kassenschlager. |
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| 1960 | In unsere Werkstätte gelangt nicht nur das ausgefallene Stück des Barock usw., es kommen immer schon jene Möbelstücke, die die Menschen in den Haushalten hatten und haben, und das sind zum Großteil Möbel ihrer Vorfahren aus der Zeit um, vor allem nach dem Biedermeier bis herauf zu fast modernen Möbel um 1960. |
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| Weichholzmöbel ...sind, wie der Name sagt, aus weichen (=eher schnellwachsenden) Hölzern, wie Fichte, Kiefer, Tanne, Lärche, Zirbe (=Nadelhölzer) gefertigt. Als Weichholzmöbel versteht man vor allem abgelaugte Küchenmöbel, wie Anrichten etc., die in etwa 100 Jahre alt sein können und die im ursprünglichen Zustand lackiert waren. Diese Möbel sind keinem bestimmten Stil zuzuordnen, sondern sind eigentlich erst in den letzten Jahren groß in Mode gekommen (siehe IKEA Möbel). Sie ahmen einen Landhausstil nach, den es so de facto nie gab. |
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Egal welcher Epoche zugehörig: Wir restaurieren jedes Stück mit Respekt und natürlich mit der Erfahrung von: |
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